9. Geistliche Kampfführung

44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen, 45 damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel seid. — Matthäus 5,44-45

11 Du aber, o Mensch Gottes, fliehe diese Dinge, jage aber nach Gerechtigkeit, Gottesfurcht, Glauben, Liebe, Geduld, Sanftmut! 12 Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, zu dem du auch berufen bist und worüber du das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen abgelegt hast. — 1.Timotheus 6,11-12

11 Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr standhalten könnt gegenüber den listigen Kunstgriffen des Teufels; 12 denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Herrschaften, gegen die Gewalten, gegen die Welt-Beherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen [Mächte] der Bosheit in den himmlischen [Regionen]. — Epheser 6,11-12

Jesus fordert seine Zuhörer auf auch die Menschen zu lieben, zu segnen und denen Gutes zu tun, die gegen uns sind und uns Böses wollen. Wenn wir für diese Menschen beten, können wir die Herausforderung, die wir mit ihnen haben, an Gott abgeben. Im Gegenzug dürfen wir Liebe, Verständnis und Freundlichkeit gegenüber diesen Menschen von Gott empfangen. Wenn wir unsere Feinde segnen, kann sich unsere Einstellung gegenüber ihnen ändern. Natürlich fordert so etwas sehr viel Mut, Disziplin und guten Willen. Ich glaube fest daran, dass die Person, aber vor allem auch unsere Einstellung gegenüber verändert wird, durch Gottes Liebe und Macht. Dies kann im Umkehrschluss auch dazu führen, dass ich anders auf diese Person und deren Verhalten reagiere, was sie wiederum verändern kann.

Vorbildlich können für uns die Worte von Paulus für Timotheus sein. Timotheus trug Verantwortung gegenüber Gemeinden in Ephesus. Dort hatte er unter anderem gegen Irrlehre und Habgier zu kämpfen. Demnach wird Timotheus von seinem Mentor Paulus dazu aufgefordert und ermutigt in eine Kampfhaltung zu gehen, in der er nach Folgenden guten Angewohnheiten streben soll. Zentrale Eigenschaften dieser Kampfhaltung beschreibt Paulus in diesen Versen. Diese können auch wir erlernen und anwenden:

Zum einen wird Timotheus ermutigt Gerechtigkeit zu leben. Sprich gerecht in seinen Beziehungen zu sein (Familie, Freunde, Mitarbeiter…) und vor allem gegenüber seinen Feinden zu sein. So reagieren wir entgegengesetzt dem Verhalten unserer Feinde. Die nächste zentrale Eigenschaft ist Gottesfurcht. Im griechischen bedeutet dies Gott zu verehren und /oder ihn wahrhaftig anzubeten. Für uns praktisch könnte das heißen, dass wir ehrlich vor Gott treten und uns und unsere Gefühle nicht verstellen. Wir sollen Gott sagen, was und gerade schwerfällt, welche Situation, welche Menschen und was uns eventuell Angst macht. Außerdem dürfen wir voller Ehrfrucht und voller Respekt vor Gott treten, ihn höher und stärker achten als die Situation und voller Staunen sein. Glaube ist eine weitere Eigenschaft, die Timotheus in dem Kampf des Glaubens unterstützen soll. Glaube bedeutet in diesem Vers, Zustimmung zu und Vertrauen auf gewisse Wahrheiten Gottes zu haben. Besonders die Wahrheit, dass Jesus für die Menschheit gestorben und wieder auferstanden ist und somit Rettung gebracht hat. Ganz praktisch dürfen wir uns diese Wahrheiten bewusst machen, in dem wir, in der Bibel stehende, göttliche Wahrheiten im Gebet oder füreinander aus- und zusprechen. Somit werden uns diese Wahrheiten wieder bewusster und übertönen die möglichen Lügen, gegen die wir kämpfen. Als nächstes fordert Paulus seinen Schüler auf, nach Liebe zu streben. Die hier erwähnte Liebe leitet sich von der Agape- Liebe, der göttlichen Liebe ab. Damit der Mensch Gott und seinen Mitmenschen lieben kann, muss er sich vorerst Gottes Liebe schenken lassen. So können wir auch die Kraft bekommen, um für unsere Gegner und/oder Feinde zu beten und sie zu lieben. Aus eigener Kraft wäre dies nicht möglich. Außerdem fordert Paulus Timotheus auf auszuharren. Der Ausdruck Ausharren ist im griechischen in der Bibel häufig in Verbindung mit Hoffnung verbunden. Es bezieht sich auf die Fähigkeit, in schwierigen Situationen nicht aufzugeben und auf Gott zu vertrauen und zu hoffen, dass die Situation gut ausgehen wird, auch wenn es hoffnungslos scheint. Zuletzt wird Timotheus ermutigt in Sanftmut anderen Menschen und sich selbst zu begegnen. Er soll daher freundlich und liebevoll zu seinen Mitmenschen und auch zu sich selbst sein, so stark der Sturm der Umstände auch um ihn toben mag.

Lasst uns ein Beispiel an diesen Eigenschaften nehmen und den Kampf des Glaubens antreten, mit den Worten Jesu im Kopf, unsere Feinde zu lieben und im Gebet für sie einzustehen.

Wir beten…

  • für Menschen, die gegen uns sind, uns unfair behandeln, uns mobben, andere gegen uns aufhetzen.

  • dass Gott uns hilft ihm in heraufordernden Lebenslagen zu vertrauen und daran zu glauben, dass er für uns kämpft.

  • dass wir ausdauernd im Gebet bleiben und mit Gerechtigkeit, Gottesfurcht, Glaube, Liebe, Ausharren und Sanftmut kämpfen.

  • dass wir erfahren, wie Gott eingreift und wir lernen mit herausfordernden Situationen und Personen gut umzugehen.

  • dass Gott uns oder die herausfordernden Personen oder Situationen verändert.

  • für ein stärkendes Umfeld, dass uns mit Beistand und segnender Haltung unterstützt.