10. Vater unser

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gibt uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.  —  (vgl. Matthäus 6,9-13, Lukas 11,1-4) ökumenische Fassung seit 1971

Durch das Vaterunser lehrte Jesus seinen Jüngern, wie sie beten sollen. Er wies sie auf die verschiedenen Aspekte des Gebets hin. Es lohnt sich also, wenn man sich mit den Worten im Vaterunser näher beschäftigt. Lass Dich durch die Worte im Gebet ermutigen und werde inspiriert, auf einer neuen Weise für Dich und andere Menschen zu beten.

»Vater unser im Himmel«
Gott ist unser Vater, Gott ist Dein Vater. Gott nimmt Dich als sein eigenes Kind auf! Du hast einen liebenden Vater – ganz gleich aus welcher Familie Du kommst. Väter sorgen für ihre Kinder. Sie erziehen, lehren, trösten, ermutigen und korrigieren. Alles, was Väter tun, dient zum Besten der Kinder. Für Kinder ist es oft schwer nachzuvollziehen. Manchmal lässt Gott nicht zu, dass wir tun, was wir tun wollen, weil es nicht gut für uns ist. An dieser Stelle dürfen wir Gott einfach vertrauen. Denn unser Vater im Himmel weiß genau, was wir brauchen.

»Geheiligt werde dein Name«
Weil Gott heilig ist, sollten wir Ehrfurcht vor ihm haben. Oft mangelt es uns an Ehrfurcht, weshalb es heute auf der Welt so viel Sünde gibt. Wenn Gott sagt „Tu dieses und es wird dir gut gehen und tu jenes nicht, sonst wird es dir schlecht gehen”, und wir halten uns nicht daran, werden wir kein gutes Leben haben – und erst recht nicht das Leben, das Gott für uns als liebender Vater vorgesehen hat. Mit „Geheiligt werde dein Name“ geben wir Gott den Ehrenplatz in unserem Leben und zeigen ihm damit zeigen, dass er allein es bestimmen soll.

»Dein Reich komme«
Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit und alles andere wird euch hinzugefügt werden (vgl. Matthäus 6,33). Wir sollten vielmehr, darum besorgt sein, dass verlorene Menschen zu Jesus finden. Nicht darum, dass wir immer alles bekommen, was wir uns wünschen. Uns sollte nichts wichtiger sein, als Gottes Plan für unser Leben zu erfüllen. Gott möchte uns als Kirche, uns als Christen, Dich, gebrauchen, um sich anderen Menschen in dieser Welt zu zeigen.

»Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden«
Eigentlich sollte es einfach sein. Und dennoch fällt es vielen von uns schwer diese Worte im Vaterunser auszusprechen. Wir wollen unsere Wünsche nicht loslassen, weil wir noch nicht wissen, was Gott für uns bereithält. Gott zu vertrauen und sich komplett auf seinen Willen einzulassen, ist ein großer Glaubensschritt, aber er ist notwendig, wenn wir wirklich Gottes Reich bauen und Menschen zu Jesus führen wollen. Wenn wir seine Heiligkeit sehen, wenn wir sehen, wie wunderbar er ist, wenn wir erkennen, dass er unser Vater ist und uns liebt, fällt es uns hoffentlich leichter.

»Unser tägliches Brot gib uns heute«
Gott ist unser Versorger. So ist auch einer seiner Namen: Jahwe-Jireh – Der Herr, mein Versorger. Als es für die Israeliten Manna vom Himmel regnete, geschah das genau einmal am Tag. Es war genau so viel, wie sie für den Tag brauchten. Gott möchte, dass wir lernen, ihm jeden Tag neu zu vertrauen. Durch Jesus Christus sind wir Erben. Und die Reichtümer des Himmels gehören somit auch uns und dürfen darauf vertrauen, dass unser himmlischer Vater uns versorgt.

»Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern«
Wenn wir Gottes Gnade und Güte annehmen, haben wir doch eigentlich die beste Voraussetzung, nicht mit hasserfülltem Herzen zu leben und Groll gegen andere Menschen zu hegen, sondern die Menschen zu lieben und ihnen zu vergeben. Im Vaterunser ist dieser Teil des Gebets essenziell: Wenn wir anderen ihre Fehler und Schuld nicht vergeben, dann wird Gott auch uns nicht vergeben. Diese Worte klingen vielleicht sehr harsch, wenn man sie liest, aber Vergebung ist sehr wichtig. Besonders als Christen ist Vergebung fundamental und etwas, was wir täglich in unserem Leben praktizieren müssen. Das Schöne an der Vergebung ist, dass sie in erster Linie uns frei macht.

»Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen«
Im Alltag begegnen uns immer wieder Versuchungen, die uns davon abhalten wollen, den Willen Gottes zu tun. Daher ist es ist wichtig, jeden Tag neu im Gebet für ein gesundes Urteilsvermögen zu bitten. Gott wird dir helfen, Versuchungen in deinem Leben zu entlarven und Entscheidungen zu treffen, die seinem Willen entsprechen. Gott kennt unsere Schwächen und er lehnt uns wegen ihnen nicht ab. Ganz im Gegenteil: Er sieht uns mit liebenden Augen an. Für ihn sind wir gerecht, heilig und makellos, weil Jesus bereits für all unsere Fehler bezahlt hat

Wir danken Gott…

  • für das Privileg von Gebet und dass er uns dadurch sein Wirken in der Welt und in unserem Leben zeigt.

Wir beten, dass…

  • das Vaterunser zu einer neuen Gewohnheit in unserem Gebetsleben wird.

  • Gebet in unserem Leben an Bedeutung gewinnt.

  • wir durch Gebet mehr Segen erleben und Segen für anderen sein können.